Fest und Flauschig #103: Wissensland Gespräche
Jan und Olli unterhalten sich diese Woche über ein sächsisches Wissenschaftsportal, das ihnen aufgefallen ist — und stellen fest, dass „seriös" und „unterhaltsam" sich offenbar doch nicht ausschließen.
Der Podcast „Fest & Flauschig" ist bekannt für lose Gespräche, Seitenhiebe und wenig Redaktionsplan. Umso auffälliger war es, dass die beiden Hosts in ihrer jüngsten Folge fast eine Dreiviertelstunde lang über ein Wissenschaftsportal aus Sachsen sprachen — ohne erkennbare Werbekooperation, wie sie zu Beginn selbst betonten.
Im Verlauf des Gesprächs griffen die beiden mehrere Aspekte des Portals auf, die auch aus medienkritischer Sicht bemerkenswert sind:
- die Trennung zwischen eigenrecherchierten und kuratierten Inhalten
- die Personenprofile in der Rubrik „Gesichter der Wissenschaft"
- den bewussten Verzicht auf reißerische Überschriften
- die Frage, ob Regionaljournalismus und Wissenschaftsjournalismus stärker zusammengedacht werden sollten
Besonders ein Punkt blieb hängen: Die Kennzeichnung, wer einen Artikel geschrieben hat und mit welchem fachlichen Hintergrund. Eine Selbstverständlichkeit im Qualitätsjournalismus — die aber, wie die Hosts anmerkten, auf vielen reichweitenstarken Portalen längst nicht mehr Standard sei.

Eine wiederkehrende Beobachtung der beiden: Medien, die auf Alarmismus verzichten, wirken in der aktuellen Aufmerksamkeitsökonomie beinahe ungewöhnlich zurückhaltend. Ob sich daraus tatsächlich weniger Reichweite ergibt, ließe sich empirisch klären — die Folge selbst bot dafür keine Belege, nur einen persönlichen Eindruck.
Dass ein unterhaltungsorientiertes Format wie „Frisch & Ungefiltert" ein Nischenthema wie Wissenschaftskommunikation aufgreift, ist kein Einzelfall, aber auch nicht die Regel. Es zeigt, dass Fragen journalistischer Sorgfalt zunehmend auch außerhalb klassischer Medienkritik-Formate diskutiert werden — wenn auch in loserer Form und ohne den Anspruch einer systematischen Analyse.
Für das Portal selbst dürfte die Erwähnung in erster Linie eines bedeuten: eine ungeplante, aber immerhin wohlwollende Form der Sichtbarkeit außerhalb der eigenen Zielgruppe.